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Erster Teilerfolg für BUND auf Loreley
Planungsverband reagiert auf massive Kritik bei Sommerrodelbahn
Mainz. Aufgrund der massiven Kritik im Rahmen der Offenlage, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. geäußert hat, ruderte der Planungsverband in zwei Fällen zurück. Der BUND sieht darin seinen Weg bestätigt und setzt sich zum Ziel, den Bau der Sommerrodelbahn noch ganz zu stoppen. Der Umweltverband bemängelt, wie auch zahlreiche Behörden, Institutionen und Verbände, weitere erhebliche Planungs- und Abwägungsfehler in den vorgelegten Unterlagen und erwägt nun ein gerichtliches Vorgehen.
Der Planungsverband Loreley, dem die Stadt St. Goarshausen, die Ortsgemeinde Bornich und die örtliche Verbandsgemeindeverwaltung angehören, hat die Einrichtung einer Sommerrodelbahn auf dem Loreleyfelsen in seiner Sitzung am 19. Januar 2012 grundsätzlich beschlossen und damit den Weg für die Baumaßnahme freigemacht.
Der zur Offenlage vorgelegte Entwurf des Bebauungsplans sah nicht nur die Sommerrodelbahn, sondern auch die Errichtung von „Miniaturbauwerken aus dem Welterbegebiet“, eines Minigolfplatzes, von Spielanlagen und den Bau eine „Fußfühlpfades“ vor. Im nun beschlossenen Bebauungsplan wurden die Miniaturbauwerke ersatzlos gestrichen und die Höhen baulicher Anlagen reduziert. Der Vorsitzende des Planungsverbandes, Verbandsbürgermeister Dieter Clasen, nahm dabei wörtlich die Kritik des BUND auf, die Miniaturbauwerke würden zu einer „Disneyisierung“ der Landschaft beitragen.
Der Verzicht auf bunte Kitschburgen im Herzen des Welterbegebietes ist für den BUND jedoch nur eine kosmetische Glättung des eigentlichen Vorhabens: Der Umweltverband ist grundsätzlich gegen die Zulassung eines Freizeitparks mit Sommerrodelbahn auf dem Loreleyplateau und ist sich sicher, dass es hierfür wesentlich geeignetere Standorte im Mittelrheintal gibt, die zudem eine Entwicklungsmöglichkeit für das Angebot ermöglichen.
Dieser Diskussion verwehrt sich der Planungsverband jedoch vehement. Bezeichnend ist hierbei, dass am gleichen Tag auf der Loreley ein hochkarätig besetzter Workshop zur Rahmenplanung auf dem Plateau stattgefunden hat, zu dem der Zweckverband Welterbe eingeladen hatte. An diesem Workshop hatten Vertreter der UNESCO, der Landesbehörden und Ministerien sowie renommierte Planer teilgenommen, jedoch kein Vertreter des Planungsverbandes oder der betroffenen Kommunen St. Goarshausen und Bornich. Der Zweckverband Welterbe beabsichtigt, eine Rahmenplanung für das Loreleyplateau zu erarbeiten, um die gegenwärtigen Bestände und zukünftigen Planungen für das Plateau in einem sinnvollen Gesamtkonzept zusammenzufügen.
Dies betrifft die Konzertnutzung der Freilichtbühne, die neuen Hotelplanungen mit den Umnutzungen des Campingplatzes, des Turner- und Jugendheims und des Berghotels, die umfassende Änderung der Eigentumsverhältnisse sowie das Verkehrskonzept. Der Zweckverband Welterbe hat deswegen in der Sitzung des Planungsverbandes noch einmal deutlich zu Protokoll gegeben, dass die Sommerrodelbahn nicht dem bestehenden Managementplan entspricht, was der Planungsverband Loreley in seiner Sitzungsvorlagen sinnentstellend behauptet hatte. In der gleichen Sitzung wurden vom Planungsverband auch viele Einwände des BUND ignoriert. Der BUND ist von dieser Verweigerungshaltung enttäuscht und sieht sich damit gezwungen, die Planung, die Abwägung der Anregungen und Bedenken wie auch mögliche Sonderinteressen gerichtlich prüfen zu lassen.
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

