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Schiffsunfall TMS Waldhof
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Zwischenbericht über die Untersuchung der Havarie des TMS Waldhof
Mainz. Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest veröffentlicht erste Untersuchungsergebnisse über den Ablauf und die Ursachen des schweren Unfalls des Tankmotorschiffes Waldhof am 13. Januar 2011 auf dem Mittelrhein nahe der Loreley (St. Goarshausen/St. Goar). Am 13. Januar 2011, um 04:42 Uhr kenterte das Tankmotorschiff Waldhof kurz unterhalb des Bettecks bei Rhein-km 553,75 über die Steuerbordseite und verschwand von den Radarschirmen der Revierzentrale Oberwesel. Das gekenterte Fahrzeug trieb mit dem Bug voran an mehreren entgegenkommenden Fahrzeugen vorbei, kollidierte mit einem zu Berg fahrenden Tankmotorschiff, bevor es um 04:52 auf der Backbordseite liegend bei km 555,3 zum Stillstand kam.
„Diesen Ablauf der Havarie des TMS Waldhof konnte die Untersuchungskommission, die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zur Untersuchung der Unfallursache eingesetzt wurde, zweifelsfrei ermitteln,“ so Michael Putzschke, Leiter des Dezernates Schifffahrt der WSD Südwest und Leiter der Untersuchungskommission. Die Bewertung der Unfallursache ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
Folgende vorläufige Ergebnisse wurden ermittelt:
- Bau und Ausrüstung des TMS Waldhof entsprachen den einschlägigen Vorschriften des Schifffahrtspolizei- und Gefahrgutrechts.
- Qualifikation und Anzahl der an Bord befindlichen Besatzung entsprachen den Vorschriften der Rheinschiffsuntersuchungsordnung.
- Die Talfahrt des TMS Waldhof am 13. Januar 2011 bei erhöhten Wasserständen entsprach den allgemeinen und besonderen schifffahrtspolizeilichen Verkehrsvorschriften der Rheinschifffahrtspolizeiverordnung.
- Der Transport von 96%tiger Schwefelsäure war nach dem für das Schiff erteilten ADNR-Zulassungszeugnis i.V. mit der von der Klassifikationsgesellschaft ausgestellten Stoffliste zulässig.
- Nach den geprüften und genehmigten Stabilitätsunterlagen ist die Leckstabilität für TMS Waldhof nur für Ladefälle bis zu einer Dichte der Ladung von 1,62 t/m³ mit maximalem Tiefgang von 3,11 m nachgewiesen.
- Zum Zeitpunkt der Havarie erfüllte die TMS Waldhof nicht die Stabilitätskriterien des ADN 2011 bzw. des ADNR 2003 und genügte nicht den Vorgaben der allgemeinen Stabilitätsvorschrift des § 1.07 Nr. 3 RheinSchPV.
- Die Ursache für die mangelnden Stabilitätsverhältnisse sind in einer falschen Ladungsverteilung (Teilfüllung aller sieben Tanks) begründet. Hierdurch wurden zu große stabilitätsmindernde freie Oberflächen erzeugt.
- Aufgrund zweier Löcher in der Backbordkimm im Ballasttank 5 ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass sich dort zusätzlich Ballastwasser befand, das die Stabilitätsverhältnisse weiter verschlechterte.
- Jedoch führten die mangelhaften Stabilitätsverhältnisse rein rechnerisch sowie nach den ersten Ergebnissen der durchgeführten Versuche am Schiffsführungssimulator noch nicht zur Kenterung des Schiffes. Allerdings sind noch nicht alle dynamischen Einflüsse aus der Bewegung des Tankinhaltes auf die Stabilität aufgrund ihrer Komplexität abschließend untersucht worden.
Aus diesen Gründen werden weitere Untersuchungen zur Stabilität und Fahrdynamik erforderlich. Darüber hinaus sollen die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungsergebnisse, die momentan noch nicht vorliegen, in die Gesamtuntersuchung eingebunden werden.
Link zum vollständige Zwischenbericht.
Ein Überblick aller bisherigen Informationen finden Sie auf unserer Artikelliste.
Weitere Bilder hier sowie Filmbeiträge auf YouTube.
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